Die Sojabohne in Hülle und Fülle

22. Juni 2023

Die Sojabohnenpflanze war schon 2800 v.Chr. in China bekannt, erlangte aber erst ab Ende des 19. Jahrhunderts in Südeuropa und Amerika größere Bedeutung. Soja ist Teil der Hülsenfrüchte und enthält einiges an Öl und Proteinen, weshalb sie eine wichtige Ölpflanze zur Gewinnung von Sojaöl ist und oft als Futtermittel genutzt wird.

Da Sojaprotein durch seinen hohen Anteil an essentiellen Aminosäuren besonders hochwertig ist, kann man damit tierisches Protein gut ersetzen. Insbesondere in Asien werden Bakterien und Pilze genutzt, um aus Sojabohnen gut verträgliche Lebensmittel wie Sojamilch und andere Sojamilchprodukte wie Sojajoghurt und Sojakäse (Tofu) herzustellen.

Beispielsweise zum Snacken kann diese Hülsenfrucht genutzt werden, die Sorte Edamame wird etwas früher geerntet und Patrick Pranger gibt einen Einblick in den Bio-Anbau.

Auch in Österreich wird diese besondere Bohne immer öfter angebaut und verarbeitet. Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es allerdings Besonderheiten im Anbau was Sorten betrifft. Dadurch unterscheidet sich die Nutzung der Pflanze ebenfalls.

Unter den angebauten Kulturen in Österreich liegt Soja auf dem vierten Platz, nach Mais, Weizen und Gerste. Auch im Vergleich mit anderen EU-Ländern gehört Österreich zu den Top 5 der Sojaproduzenten. Im Jahr 2021 wurden bereits 76.700 Hektar mit Soja bepflanzt und insgesamt 235.100 Tonnen Soja geerntet.

Soja wird in jedem Bundesland angebaut, wobei die größte Ernte in Niederösterreich verzeichnet wurde, gefolgt vom Burgenland und Oberösterreich. Im Jahr 2020 wurde auf etwa 40 Prozent der Anbauflächen biologischer Anbau betrieben und dieser Anteil blieb auch im Jahr 2021 ähnlich hoch. Innerhalb der EU weist Österreich damit den höchsten Anteil an biologisch bewirtschafteten Sojaflächen auf.

In der Steiermark liegt der Anteil bei 8%, auch hier steigt die Anbaufläche.

Eine Besonderheit in Österreich ist, dass weit weniger der geernteten Sojabohnen für Futtermittel genutzt werden. Während international etwa 80 Prozent der Sojaernte als Futtermittel für Nutztiere genutzt wird, sind es in Österreich nur 60 Prozent. Damit bleiben 40Prozent für den Verzehr übrig.

Während andere Länder teilweise auf Sojasorten setzen, die mittels Gentechnik verändert wurden, werden in Österreich gentechnikfreie Sorten bevorzugt. Ob Sojaprodukte in Ihrem Supermarkt ebenfalls aus gentechnikfreiem Anbau kommen, erkennen sie an der Kennzeichnung. In Österreich müssen alle Lebensmittelprodukte, die GVO-Soja enthalten, entsprechend gekennzeichnet sein. Gibt es keine Kennzeichnung oder gar den Hinweis auf Gentechnikfreiheit, sind haben Sie ein Produkt vor sich, dessen Gene nicht durch Gentechnik verändert wurden.