Runder Tisch Ernährung – „Die Neuen Steirer“ – Bericht & Nachschau

Kernpunkte der Diskussion rund um die „Neuen Steirer“ waren Klimawandel & Landwirtschaft sowie neue Arten & Sorten sowie Resilienz durch Innovation.

Es diskutierten: 

  • Dipl.-Ing. Doris Lengauer, Versuchsstation für Spezialkulturen
  • DI (FH) Sabrina Dreisiebner-LanzMSc, LIFE – Institut für Klima, Energie und Gesellschaft; Arbeitsschwerpunkt: Klimarisikomanagement Landwirtschaft
  • DI (FH) Peter StachelInnovationsberatung, Landwirtschaftskammer Steiermark 
  • Christoph Winkler-Hermaden MSc, CEO Saphium Biotechnologie 

Sie können die Aufzeichnung der Diskussion auf dem STERZ-YouTube-Kanal nachschauen.

Zusammenfassung

Als wesentliche Trends zum Klima der Zukunft werden von Sabrina Dreisiebner-Lanz Temperaturerwärmung und Veränderungen der Niederschlagsmengen beschrieben. Zwei Themen die für die Landwirtschaft von Morgen mit einer Reihe von weiteren Veränderungen einhergehen. Doris Lengauer von der Versuchsanstalt für Spezialkulturen Wies beschäftigt sich mit der Praxis hinter diesen bevorstehenden Veränderungen. Neue Sorten genauso wie neue Anbaugebiete gepaart mit Ernährungstrends beschäftigen sie in ihrem beruflichen Alltag. Auch Peter Stachel, Innovationsberater bei der Landwirtschaftskammer Steiermark, hebt hervor, dass Trends und persönliche Präferenzen von KonsumentInnen für Innovationen in der Landwirtschaft ein wesentlicher Faktor sind. Zusätzlich spricht er an, dass es bei manchen Investitionen in der Landwirtschaft um langfristige Entscheidungen geht. Zeiträume von 20 Jahren und mehr können vorkommen. Allerdings sind auch Innovationen mit bereits kleinen Budgets und kurzer Laufzeit durchaus in der Landwirtschaft möglich und gut nutzbar. Jeder Fall ist einzeln zu betrachten.
Christoph Winkler-Hermaden befasst sich als Weinbauer ebenfalls ganz unmittelbar damit, was es heißt, zukunftsfit Landwirtschaft zu betreiben. In seiner Rolle als Unternehmer beschäftigt er sich mit seiner Firma Saphium Biotechnology mit der Verbesserung von Nährstoffversorgung für Pflanzen durch Pflanzen.

Der zeitliche Horizont bei all den Aktivitäten zum Schaffen einer resilienten Landwirtschaft unterscheidet sich stark.  Südliche Dauerkulturen wie Oliven oder Feigen könnten grundsätzlich in der Steiermark Einzug halten, wobei hier die Wintermonate zum Problem werden, erläutert Dreisiebner-Lanz. Ackerkulturen aus dem Süden dagegen, wobei es sich um einjährige Pflanzen handelt, sind eher zum Anbau in der Steiermark geeignet, da sie nicht mit den vergleichsweise kalten Wintern und Frösten konfrontiert werden.
Zusätzlich zu diesen neuen Arten kann auch der Einsatz neuer Sorten zu Erfolgen führen. In der Sortenzüchtung, die auch in der Versuchsanstalt Wies stattfindet, werden durch jahrelange Versuche Sorten entwickelt, die beispielweise mit weniger Wasser zurechtkommen oder hitzerobuster sind als das Ausgangssaatgut.
Zusätzlich zum Tausch von Arten und der Züchtung neuer Sorten nennen die ExpertInnen, Anpassungen von Produktionssystemen als mittel- und langfristige Schlüsselfaktoren für resiliente Landwirtschaft. Raum für kurzfristige Anpassungen zu lassen, darf jedoch trotzdem nicht vernachlässigt werden.

Einig sind sich die diskutierenden ExpertInnen darin, dass eine Risikostreuung durch Diversifizierung notwendig ist und zukünftig Flexibilität genauso wie vorausschauendes Handeln gefragt sein wird. Dreisiebner-Lanz schlussfolgert, dass es spannend bleibt, welche Veränderungen des Klimas sich einstellen werden und fasst zusammen: „Wir haben noch nie soviel gewusst wie heute„.

Runder Tisch Ernährung

Die Diskussion fand im Rahmen der Diskussionsreihe „Runder Tisch Ernährung“ statt.
Am „Runden Tisch Ernährung“ nehmen Expertinnen und Experten aus verschiedenen ernährungsrelevanten Themengebieten Platz und diskutieren aktuelle Fragestellungen. Die Diskussionen werden online ausgestrahlt, um die interessierte Zielgruppe ortsunabhängig zu erreichen.

Der Runde Tisch wurde in Kooperation mit der Grazer Woche und Minimed durchgeführt.