Schulbuffets vor den Vorhang

8. Juni 2020

Eine ausgewogene Ernährung im Kinder- und Jugendalter ist enorm wichtig. Dabei spielt das Angebot in den Schulen eine wesentliche Rolle. Die Ernährung hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit und diese wiederum legt die Basis für die Lern- und Bildungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen.

Um die gesündere Wahl auch zur einfacheren Wahl zu machen unterstützt der Gesundheitsfonds Steiermark Schulen, BuffetbetreiberInnen und weitere AnbieterInnen dabei mit Programmen und Leitlinien. Mag. Martina Karla Steiner von der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung arbeitet eng mit den Schulbuffets des Landes zusammen und konnte schon zahlreiche positive Veränderungen initiieren und unterstützen.

Programme und Leitlinien

Schulbuffets leisten seit geraumer Zeit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung der Verpflegung von Schülerinnen und Schülern. Für die Anbieter wurde das Beratungs-/Evaluierungsprogramm „Unser Schulbuffet“ geschaffen. Das Programm ist in der Steiermark Teil der Initiative „GEMEINSAM G’SUND GENIESSEN“. Koordiniert wird das Programm von der Fach- und Koordinationsstelle Ernährung des Gesundheitsfonds Steiermark.

Gearbeitet wird auf Basis einer Leitlinie des Bundesministeriums für Schulbuffets und den Checklisten zu den steirischen Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung. Mit Informationen und Auflagen werden neben den BuffetbetreiberInnen auch fliegende HändlerInnen sowie AutomatenbefüllerInnen versorgt. Rezepte werden zur Verfügung gestellt genauso wie Produktlisten als Orientierungshilfe. Den AnbieterInnen in der Schule werden auch Informationen zu Hygiene, Allergenen und Registrierkassenpflicht zur Verfügung gestellt.

Der Schlüssel zum Erfolg eines nachhaltig installierten gesunden und gut angenommenen Verpflegungsangebotes liegt laut Gesundheitsfonds darin, eine Balance zwischen wirtschaftlicher Umsetzbarkeit und Akzeptanz des Angebotes bei SchülerInnen und LehrerInnen zu schaffen.
Die Evaluierung durch das Bundesministerium 2013 zeigt, dass die „Leitlinie Schulbuffet“ damit erfolgreich ist. Nachteilige Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe durch die Optimierung des Warenangebots wurden von den Buffet-BetreiberInnen kaum wahrgenommen. Weniger Umsatz mit Süßigkeiten wurde ausgeglichen durch ein Mehr an Umsatz mit Studentenfutter oder ähnlichen gesunden Snacks. Das steirische Programm wird von BuffetbetreiberInnen und Stakeholdern gut angenommen.

Herausforderungen

Herausforderungen ergeben sich für die AnbieterInnen oft durch weitere Anbieter im Schulumfeld. Diese sind nicht speziell geschult bzw. bedacht darauf gesunde Angebote zu schaffen bzw. darauf hinzuweisen und können ungesunde Alternative bieten, die so an den Schulbuffets durch z.B. Programme des Gesundheitsfonds verhindert werden.

BuffetbetreiberInnen unterliegen verschiedenen Auflagen und müssen zugleich mit einer kleinen Gewinnspanne agieren. Leitlinien empfehlen spezielle Produkte, Schulleitungen wünschen sich möglichst niedrige Preise und die jungen KundInnen fordern schmackhafte Mahlzeiten. Die Anforderungen an BuffetbetreiberInnen sind zahlreich und stellen diese vor eine Reihe von Herausforderungen.
Die Preise werden wie auch das Angebot oftmals von der Schulleitung festgelegt und lassen wenig Spielraum für Gewinn. Gerade in der derzeitigen Situation ist zu betrachten, dass die bemühten BetreiberInnen finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Durch die geringen Gewinnspannen sind keine finanziellen Reserven vorhanden, auf die aber durch die Schulschließungen zurückgegriffen werden müsste. Zwar sind mittlerweile auch die „Großen“ wieder zurück an den Schulen, jedoch entfällt Nachmittagsunterricht und damit das Mittagsgeschäft weitgehend. In den Pausen dürfen oftmals die Klassenräume nicht verlassen werden und so kommt auch das Pausengeschäft nur eingeschränkt zu Stande. Außerdem stehen auch schon wieder die Sommerferien vor der Tür.

Zusätzlich zu den Leitlinien und Programmen von Bund und Land gibt es oftmals noch weitere Anforderungen von der Schulleitung an die BuffetbetreiberInnen. Regionale Zutaten oder solche aus zertifiziert biologischer Herkunft werden gefordert, was wieder ein preisliches Mithalten gegen außerschulische Anbieter erschwert. Besonders die jungen KundInnen sind oftmals mit einem kleinen Budget ausgestattet, dass dazu verleitet zum Kaufen der Jause oder des Mittagessens die Schule zu verlassen. Hier endet der Einflussbereich der Programme und die engagierten BuffetbetreiberInnen tragen die finanziellen Konsequenzen.

An dieser Stelle sei die engagierte Arbeit der BuffetbetreiberInnen hervorgehoben, die sich den zahlreichen Herausforderungen stellen um für Kinder und Jugendliche eine ausgewogene Ernährung im Schulalltag zu ermöglichen. Nur gemeinsam mit allen Beteiligten kann eine Transformation hin zu gesunder Schulverpflegung auch weiterhin, trotz Krise, gemeistert werden.